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Aktuelles

28. November 2022

Wieder ein Doppelsieg

Die runden drei und vier in der Schachbundesliga sind gespielt, aber auch nach einem Doppelsieg gegen den SC Werder Bremen und den SK Kirchweyhe kann sich die OSG Baden-Baden höchstens als „heimlicher“ Tabellenführer betrachten, denn zehn Mannschaften, darunter auch die SG Solingen und die Schachfreunde Deizisau, im Moment „optische“ Spitzenreiter, haben die siebente Runde bereits vorgespielt, also eine Runde mehr auf dem Konto als Baden-Baden.

So ist man mit der Ausbeute des Wochenendes an der Oos zufrieden, zumal gegenüber dem mutmaßlichen Hauptkonkurrenten der laufenden Saison, dem SC Viernheim bei Gleichstand der Mannschaftspunkte ein Vorsprung von zweieinhalb Brettpunkten behauptet werden konnte.

Unerwartet deutlich gelang am vergangenen Samstag in den Räumen der Bremer Reederei Harren & Partner ein 6:2 Erfolg gegen Gastgeber SV Werder. Die Baden-Badener Siege an den Brettern drei (Michael Adams), fünf (Arkadij Naiditsch), sechs (Alexander Donchenko) und sieben (Jan Gustafsson) wurden in einer stellenweise „einfach“ aussehenden Klarheit herausgespielt, dass man sich einige hundert Kilometer entfernt am heimischen PC ausmalen zu können glaubte, welch entspannte Freude innerhalb des OSG-Teams hinterher geherrscht haben muss. Eine Partie stach besonders heraus: Jan Gustafsson zauberte, alle Brücken hinter sich einreißend, gegen Spartak Grigorian eine mehrere Züge lang eingefädelte Gewinnkombination wie aus dem Bilderbuch aufs Brett, jeden Applaus wert.

Jan Gustafsson mit Glanzpartie (Foro: Walter Siemon)

An den Punkteteilungen an den Brettern eins und zwei (Nikita Vitiugov und Vincent Keymer), vier und acht (Rustam Kasimdzhanov und Sergei Movsesian) gab es nichts zu rütteln. Keiner der Kontrahenten konnte sich einen echten Vorteil  erspielen.

So klar der Erfolg gegen Bremen, so mühsam das zähe Ringen gegen den überraschend starken Aufsteiger SK Kirchweyhe, ein Team, das sich viel vorgenommen hat. Lange Zeit sah es nicht so aus, als könne die OSG an irgendeinem Brett gewinnen. Auf Verlust stand allerdings auch niemand.

Dann hatte Rustam Kasimdzhanov das Glück des Tüchtigen: In einer komplizierten, aber nahezu ausgeglichenen Stellung verlor sein Gegner einen kurzen Moment lang den Überblick und machte einen ungenauen Zug. Die Partie kippte zugunsten des OSG-Brettes, wo Kasimdzhanov nichts mehr „anbrennen“ ließ. Alle anderen Partien endeten remis.

Insgesamt, so das Fazit des OSG-Vorsitzenden Patrick Bittner, habe sich das Niveau innerhalb der Schachbundeliga in den letzten Jahren erstaunlich angeglichen, so dass auch mit einer Aufsteigermannschaft jederzeit zu rechnen sei. OSG-Teamchef Sven Noppes, der es ähnlich einschätzt, resümierte, man könne zwar immer an irgendeinem Brett ein „wenn“ und „hätte“, sehen, aber das Ergebnis sei rundum in Ordnung.

Am 4. Februar 2023 geht es weiter in der Schachbundesliga. Dann empfängt die OSG Baden-Baden im Kulturhaus LA8 die Schachfreunde Deizisau und die Schachspieler des FC Bayern München.

Walter Siemon


25. November 2022

Schachbundesliga: Runden drei und vier in Bremen

In das kommende Wochenende der Schachbundesliga startet die OSG Baden-Baden mit der Chance, den hauchdünnen Vorsprung von einem Brettpunkt an der Tabellenspitze etwas auszubauen, da zwei der insgesamt vier nach Mannschaftspunkten gleichaufliegenden Teams, die Schachfreunde Deizisau und der SC Viernheim, beide Mitfavoriten der laufenden Saison, gegeneinander antreten müssen. Da scheint es die OSG Baden-Baden in den vor ihr liegenden Runden drei und vier eine Spur einfacher zu haben: Gegner sind der SV Werder Bremen (heute ab 14.00 Uhr) und der SK Kirchweyhe (morgen ab 10.00 Uhr). Grundsätzlich ist die Stimmung bei der OSG-Mannschaftsführung optimistisch, zumal der Ort des Geschehens, Bremen, symbolträchtigerweise der Schauplatz der vollendeten 16. Deutschen Meisterschaft der OSG in der letzten Saison war. OSG – Vorsitzender Patrick Bittner gibt allerdings zu bedenken, dass der aktuelle zwölfte Tabellenlatz des SV Werder Bremen niemanden dazu verleiten darf und wird, die Mannschaft zu unterschätzen. In bester Aufstellung seien die Bremer „saustark“, so Bittner.  Aufsteiger SK Kirchweyhe wiederum, ebenfalls zum Bremer Schachverband gehörend und aktuell Tabellenvorletzter, hat es in den letzten Jahren immer wieder geschafft, im Deutschen Mannschaftspokal in die Endrunden vorzudringen. Wie immer gilt also: Auf diesem Niveau gibt es keinen wirklich „leichten“ Gegner

Alle Spiele werden auf schachbundesliga.de/chess24.com live übertragen. 

Walter Siemon


14. November 2022

Alles offen in der Frauenbundesliga Schach

Atempause für die Konkurrenz: Ein Durchmarsch wie in der letzten Saison, als Seriensieger OSG Baden-Baden in der Frauenbundesliga Schach alle Begegnungen gewann, ist diesmal nicht möglich: In der dritten Runde dieser Saison setzte es für den Kurstadtverein an der Oos am vergangenen Wochenende eine empfindliche 2,5:3,5 Niederlage gegen den Vorgänger der OSG als Titelträger, den SC 1957 Bad Königshofen, den Kurstadtverein an der fränkischen Saale. Wie zum Trotz folgte einen Tag später ein 6:0-Kantersieg der OSG gegen den SV Medizin Erfurt, aber mit einem Rückstand von zwei Mannschaftspunkten auf den SK Schwäbisch Hall und die Schachfreunde Deizisau findet man sich nach diesem Wochenende auf dem dritten Tabellenplatzt wieder. Damit sei aber noch nichts entschieden, meinte OSG-Teamchef Thilo Gubler, denn alle drei Spitzenvereine müssen noch, jeder gegen jeden, gegeneinander antreten und werden, vermutet Gubler, die Titelvergabe unter sich ausmachen. Bad Königshofen könne trotz des Sieges gegen Baden-Baden wahrscheinlich nicht mehr eingreifen. Nach einem insgesamt durchwachsenen Saisonstart sei der Abstand der Fränkinnen zur Tabellenspitze praktisch nicht mehr aufholbar.

Was war passiert? Ausgerechnet die in dieser Aufstellung nominell stärkste Spielerin der OSG, Großmeisterin, Zhansaya Abdumalik, hatte gegen Bad Königshofen am Spitzenbrett ihre Dame ins Abseits manövriert und konnte die drohende Gefangennahme ihrer stärksten Spielfigur nur um den Preis einer nicht mehr haltbaren Verluststellung verhindern – ein Punktverlust, der, so Thilo Gubler, grundsätzlich nichts Ungewöhnliches darstelle, da man immer an irgendeinem Brett mit einer Niederlage rechnen müsse. Das eigentliche Problem habe in dem seines Wissens einmaligen Umstand gelegen, dass an keinem Brett ein OSG-Sieg gelang: Die fünf anderen Paarungen endeten alle remis. Zwar stand die deutsche Nummer eins, Elisabeth Pähtz, am dritten Brett bei ihrem Friedensschluss auf Gewinn, aber das konnten nur die für die Spielerinnen natürlich nicht einsehbaren Rechnerprogramme zweifelsfrei erkennen. Bei knapper Restbedenkzeit war es ihr nach eigener Aussage nicht mehr möglich, die äußerst komplizierte Stellung auf einen Sieg durchzurechnen und gab die Partie remis, da nach ihrer Einschätzung auch noch Verlustgefahr bestand.

Dass der Kampfgeist im Team aber weiterlebte, bewies beim 6:0 Erfolg gegen Erfurt am nächsten Tag besonders Iamze Tammert am sechsten Brett, die ihre Partie gegen eine auf dem Papier mindestens eine Klasse schwächere, gleichwohl aber sehr talentierte Gegnerin überraschend passiv begann und ein paar Züge lang praktisch auf Verlust stand, das Blatt aber dennoch wenden und die Begegnung zum Happy End für Baden-Baden führen konnte. Alle anderen Partien verliefen in dieser vierten Spielrunde erstaunlich problemlos.

Walter Siemon


11. November 2022

Weiter geht’s in der Frauenbundesliga

Die dritte und vierte von insgesamt elf Runden in der Frauenbundesliga Schach werden an diesem Wochenende ausgespielt. Beim Gastgeber Deizisau muss das Sextett der OSG Baden-Baden morgen um 14.00 Uhr zunächst gegen den SC 1957 Bad Königshofen antreten, übermorgen um 9.00 Uhr dann gegen den Aufsteiger SV Medizin Erfurt. Nach Mannschaftspunkten liegen die Baden-Badenerinnen gleichauf mit dem SK Schwäbisch Hall und den Schachfreunden Deizisau an der Tabellenspitze, aber das Ziel „Titelverteidigung“ vor Augen gilt es für die OSG im weiteren Verlauf der noch jungen Saison eineinhalb Brettpunkte gegenüber Spitzenreiter SK Schwäbisch Hall aufzuholen. Der morgige Gegner, der SC Bad Königshofen, ist ausgerechnet der Vorgänger der OSG als deutscher Meister, und das mit zwei Titelgewinnen hintereinander. Und auch dieses Mal, da ist sich OSG-Teamchef Thilo Gubler sicher, ist das unterfränkische Frauenteam an allen Brettern auf hohem Niveau nahezu gleich stark aufgestellt. Dass die Frauen von der Oos dennoch leicht favorisiert sind, möchte Gubler aber nicht bestreiten, wird er doch nach seiner Ankündigung ebenfalls eine sehr schlagkräftige Mannschaft aufstellen können. Namen werden allerdings bis kurz vor Rundenbeginn nicht bekannt gegeben.

Der SV Medizin Erfurt dürfte übermorgen der deutlich leichter zu bezwingende Gegner sein, aber auch hier sind, wie eigentlich immer, Überraschungen an einzelnen Brettern durchaus möglich. Der Gesamtsieg sollte nach Gublers Einschätzung jedoch nicht in Frage stehen.

Die Partien werden live auf chess24.com übertragen

Walter Siemon


7. November 2022

Frauen/Mädchen Schnellschachturnier am 10. Dezember 2022 in Baden-Baden

Die OSG Baden-Baden veranstaltet am 10. Dezember ein Frauen-/Mädchenschachturnier im Kristallsaal in der Lichtentaler Allee 8 in Baden-Baden. Ausschreibung siehe unten. Gesponsert wird das Turnier neben unserem Hauptsponsor, der GRENKE AG, von dem Softwaredienstleister DEV SPECIALISTS, der sich künftig im Bereich Frauen/Mädchenschach ebenfalls bei uns engagieren wird.

DEV SPECIALISTS unterstützt seine Kunden bei Projekten und Prozessen, vor allem im Bereich Programmiersprachen und Technologien. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit! (Patrick Bittner)

Ausschreibung:


24. Oktober 2022

Traumstart für die OSG Baden-Baden

Mit zwei Siegen, die man in dieser Höhe nicht unbedingt erwarten konnte, hat sich Titelverteidiger und Rekordmeister OSG Baden-Baden zum Neustart der Schachbundesliga sofort wieder an die Spitze gesetzt. 6,5: 1,5 wurde in der ersten Runde des vergangenen Wochenendes Gastgeber SK Doppelbauer Turm Kiel überrollt, 6:2 für die OSG hieß das Endergebnis gegen den Hamburger SK am zweiten Tag.

Insbesondere der Kampf gegen den SK Doppelbauer Turm Kiel, immerhin Fünftplatzierter der letzten Saison und beim jetzigen Neustart 8:0 Sieger gegen Aufsteiger TSV Schöneich, war aus Baden-Badener Sicht nahezu ein „Spiel auf ein Tor“. Unentschieden hieß es bei Vincent Keymer an Brett zwei, bei Michael Adams an Brett drei und bei Etienne Bacrot am sechsten Brett, an fünf Brettern gelangen problemlose OSG-Siege. Besonders eindrucksvoll: der kraftvolle Partieanfang von Nikita Vitiugov, der seinem Gegner nach wenigen Zügen einen Bauern abnahm, ohne ihm die Chance zu lassen, diesen Verlust irgendwie zu kompensieren. Auch Alexej Shirov an Brett vier, Rustam Kasimdzhanov an Position fünf, sowie Alexander Donchenko und Sergei Movsesian, an den Brettern sieben und acht, hatten ihre Gegner klar im Griff.

Nur eine Spur schwieriger lief es gegen den Hamburger SK:

OSG-Spieler Alexander Donchenko hatte hart zu kämpfen, um eine sich abzeichnende Niederlage noch abzuwenden. Zähe Verteidigung ließ seinen Gegner den Faden verlieren, und so endete die Partie unentschieden. Dasselbe Ergebnis erzielten Nikita Vitiugov, Vincent Keymer und Michael Adams. Erneut voll punkteten Alexei Shirov, Rustam Kasimdzhanov und Sergei Movsesian, außerdem diesmal auch Etienne Bacrot.

Keine einzige Partie ging an diesem Wochenende für die OSG verloren.

Bärenstark an Brett eins und neu im Team: Nikita Vitiugov (Foto GRENKE Chess Open)

Nicht nur über diesen „großartigen“ Erfolg zeigte sich Vereinsvorsitzender Patrick Bittner hocherfreut, sondern auch über den guten Einstand der beiden Team-Neulinge, Nikita Vitiugov, in Spanien lebender Russe, der international nicht mehr für Russland spielt, sondern unter der Flagge der Weltschachorganisation FIDE, und des noch siebzehnjährigen Vincent Keymer, bereits deutsche Nummer Eins, aktuell Platz neununddreißig in der Weltrangliste, mit Potenzial zu höheren Zielen. Teamchef Sven Noppes ist zuversichtlich, beide regelmäßig einsetzten zu können und sieht in dieser Erweiterung des Kaders einen deutlichen Zugewinn an Flexibiltät.

Der Vorsprung auf die unmittelbaren Verfolger in der Tabelle, die Schachfreunde Deizisau und die SG Solingen, beträgt einen, bzw. eineinhalb Brettpunkte – kein Ruhekissen, aber gerade zum Start nicht ganz unwichtig. Für Sven Noppes bleibt der Hauptrivale jedoch der SC Viernheim, auch wenn die Südhessen gegen den Aufsteiger SV Deggendorf mit einem knappen 4,5:3,5 das Glück des Tüchtigen hatten, nachdem sich Deggendorf am dritten Brett einen sicher geglaubten Sieg noch hatte aus der Hand nehmen lassen.

Vorsitzender Bittner machte mit Blick auf den gesamten Verein OSG Baden-Baden auf den soliden Unterbau des Clubs aufmerksam: Titelverteidiger OSG II liegt in der 2. Schachbundesliga Süd nach einem 7:1 gegen die SF Stuttgart auf dem aussichtsreichen dritten Rang der Tabelle, in der Oberliga Baden ist OSG III Tabellenführer und auch die anderen Mannschaften haben bis in die Kreisklasse hinunter fast alle Aufstiegschancen, nicht zuletzt Dank der guten Jugendarbeit des Vereins, so Bittner.

Walter Siemon


20. Oktober 2022

Neustart der Schachbundesliga

Schach ist bekanntlich ein Denksport, aber zum Start der neuen Saison der Schachbundesliga am kommenden Wochenende wird man über das, was die OSG Baden-Baden vorhat, nicht nachdenken müssen: Titelverteidigung und damit Aufstockung des Rekords auf siebzehn Titel. Allein schon die höchst bemerkenswerte personelle Verstärkung ist ein entsprechendes Signal an die Liga: Vincent Keymer, mit noch nicht ganz achtzehn Jahren die deutsche Nummer eins und mit jetzt 2700 Elopunkten und FIDE-Ranglistenplatz 39 auf dem Weg in die Weltspitze, sowie Nikita Vitiugov, Weltranglistenplatz 25 und Vorgänger Keymers als Sieger des GRENKE Chess Open 2017 (Keymer 2018). Und nach wie vor steht der Name GRENKE für das Sponsoring eines Teams, das auf der Website der Schachbundesliga erneut als das „Who’s Who des Weltschachs“ apostrophiert wird. Bis zur Vereinsrangliste 20 hinunter kann Mannschaftsführer Sven Noppes auf Internationale Großmeister zugreifen und je nach aktueller Verfügbarkeit aufstellen. Über einen derartig breit aufgestellten Kader verfügt kein anderer Verein in der Schachbundesliga. Und so gibt Noppes unumwunden zu, dass sich die OSG für den erneuten Titelkampf in einer sehr guten Ausgangsposition befindet. Natürlich wird vorher nicht verraten, ob und wann welche der prominentesten Namen am Brett sitzen werden. Vielleicht wieder Fabiano Caruana? Anish Giri? Viswanathan Anand? Vorläufig alles Spekulation.

Vincent Keymer

Die beiden vergangenen deutschen Meisterschaften wurden jeweils in einem unvergesslichen, dramatischen Finale gegen das Oktett des SC Viernheim errungen. Auch die Südhessen haben sich personell verstärkt und damit zu erkennen gegeben, dass sie den Seriensieger von der Oos endlich einmal vom „Thron“ stoßen möchten. Neben ihrem bereits erprobten Spitzenmann Shakriyar Mamedyrov werden sie auf die Neuzugänge Jan-Krzystof Duda, Nodirbek Abdusattorov und Georg Meier bauen. Duda war Teilnehmer des letzten Weltmeisterschaftkandidatenturniers, das in diesem Jahr ausgespielt wurde, der erst achtzehnjährige Abdusattorov wurde Schnellschachweltmeister 2021 (und besiegte unter anderen Weltmeister Magnus Carlsen). Georg Meier, bis Ende letzter Saison noch Stammspieler der OSG Baden-Baden, hat die Vereinsfarben gewechselt.

Zur ersten Runde müssen sich die OSG-Spieler am Samstag, 22.10., im Norden treffen, um ab 14.00 Uhr gegen den SK Doppelbauer Turm Kiel anzutreten, fünfter der letzten Saison und damit offensichtlich kein leichter Gegner, am Sonntag um 10.00 Uhr geht es dann gegen dem Hamburger SK, mit einiger Wahrscheinlichkeit stärker als der 14. Tabellenplatz der Vorsaison aussagt.

Die Partien werden live im Internet auf schachbundesliga.de/chess24.com übertragen.

Text und Foto: Walter Siemon


17. Oktober 2022

OSG-Team startet erfolgreich in die neue Saison der Frauenbundesliga Schach

Dass Schwäbisch Hall wieder zum engsten Favoritenkreis der Frauenbundesliga Schach zählt, war von Anfang an klar. Und so mussten die Frauen der OSG Baden-Baden trotz ihrer zwei Erfolge gegen TuRa Harksheide (4:2) und den Hamburger SK, der hoch mit 5,5 zu 0,5 geschlagen wurde, zur Kenntnis nehmen, wie scharf der Wind in der Saison 2022/2023 noch wehen könnte. Haben sie doch nach den ersten beiden Runden einen Rückstand von 1,5 Brettpunkten auf die schwäbischen Rivalinnen, die ihrerseits einen Saisoneinstand feiern durften, der sich sehen lassen konnte: 5:1 gegen Aufsteiger SG Solingen und 6:0 gegen SV Hemer. OSG-Teamchef Thilo Gubler misst diesem ersten Punktestand jedoch keine besondere Bedeutung zu, da immer die jeweilige Gegnerschaft zu berücksichtigen sei und da habe Baden-Baden bereits die höheren Hürden genommen. Für ihn und die Spielerinnen stehe zunächst einmal ganz klar die Freude über die Erfolge im Vordergrund – besonders der gelungene Einstand der beiden Neuen, Mai Narva aus Estland und Teodora Injac aus Serbien, die zusammen 3,5 Punkte erspielten. Der erste Wettkampftag am vergangenen Wochenende gegen TuRa Harksheide verlief allerdings nicht ganz so glatt, wie man das vielleicht hätte erwarten können. Dass an zwei Brettern die Punkte geteilt wurden (Elisabeth Pähtz gegen Laura Unuk sowie Teodora Injac gegen Katarzyna Adamowicz) ist nichts Besonderes, dass aber Großmeisterin Keteva Arakhamia- Grant erleben musste, wie ein etwas übermütiger Bauernraub konsequent widerlegt wurde, war eine Überraschung. Wies doch ihre junge Gegnerin, Inken Koehler, eine vergleichsweise niedrige Elozahl auf, die aber offenbar (noch) nicht (oder nicht mehr) ihre wahre Spielstärke widerspiegelte.

Neu im Team: Mai Narva und Teodora Injac (Fotos Thilo Gubler)

Volle Punkte erzielten in der Begegnung gegen Harksheide an Brett eins Exweltmeisterin Antoaneta Stefanova gegen Julia Antolak, Mai Narva an Brett drei gegen Maria Gosciniak und Josefine Heinemann am siebten Brett gegen Carina Brandt.

Gegen den Hamburger SK, in früheren Zeiten auch schonmal ein „Stolperstein“, wurden am zweiten Tag die Erwartungen allerdings hoch übertroffen. In durchweg überzeugender Spielführung, teilweise gespickt mit taktischen Raffinessen, siegten Elisabeth Pähtz gegen Sarah Papp, Mai Narva gegen Maria Gosciniak, Teodora Injac gegen Lyubka Genova, erneut Josefine Heineman gegen das siebzehnjährige Jungtalent Antonia Ziegenfuß. Josefine baute ihren Score in Diensten der OSG Baden-Baden damit auf dreißig Siege aus. Und diesmal gewann auch Ketevan Arakhamia-Grant, deren energisch herausgespieltem Sieg gegen Stefanie Scognamiglio anzumerken war, wie sehr sie die Niederlage am Vortag gewurmt haben muss.

Antoaneta Stefanova hatte es mit der frisch gebackenen Europameisterin Monika Socko zu tun. Punkteteilung war das absolut zufriedenstellende Ergebnis des Duells.

Walter Siemon


13. Oktober 2022

Start der Frauenbundesliga 2022/23

Zum Neustart der Frauenbundesliga Schach an diesem Wochenende kann man die Frage nach dem Saisonziel der OSG Baden-Baden eigentlich nur mit einem Augenzwinkern stellen. Die Antwort des Vereinsvorsitzenden, Patrick Bittner, und des Mannschaftsführers, Thilo Gubler, steht von vornherein fest: Titelverteidigung. Eine erste Trumpfkarte hält man bereits in der Hand: Mit zwei namhaften, jungen Großmeisterinnen des Frauenschachs, der Estländerin Mai Narva und der Serbin Teodora Injac, konnte der Mannschaftskader noch einmal breiter aufgestellt werden, so dass Thilo Gubler zuversichtlich ist, in jeder der kommenden elf Runden ein schlagkräftiges Team aufstellen zu können. So reist der zwölffache deutsche Meister, die OSG Baden-Baden, als Favorit zur ersten Begegnung gegen den TuRa Harksheide nach Norderstedt. Start ist Samstag, 15.10. ab 14.00 Uhr. Am Sonntag, 16.10. ab 9.00 Uhr, sitzen die Frauen des Hamburger SK den Akteurinnen der OSG an den sechs Brettern gegenüber. Mit dem Verein aus Hamburg-Eilbek, einem der größten in Deutschland, steht – schaut man auf Erfahrungen der Vergangenheit – schon eine höhere Hürde im Weg, ein stets gefährlicher, potenzieller „Stolperstein“, wie Thilo Gubler vorwarnt. Die Hauptkonkurrenten sind allerdings nach seiner unveränderten Einschätzung erneut der SK Schwäbisch Hall und der SC 1957 Bad Königshofen.

Die Partien des Wochenendes werden auf schachbundesliga.de/chess.24.com live übertragen.

Walter Siemon


14. August 2022

Neuzugänge der OSG für die Bundesliga Teams

Wir freuen uns, mit der Deutschen Nummer Eins, GM Vincent Keymer / aktueller Weltranglistenplatz 61 / ELO 2680 und dem Sieger der GRENKE-Chess Open 2017, GM Nikita Vitiugov, aktueller Weltranglistenplatz 25 / ELO 2722, zwei namhafte Neuzugänge für unser Schachbundesliga-Team vermelden zu können.

Und wir freuen uns, dass sich mit WGM Mai Narva, ELO 2405, und WGM Teodora Injac, ELO 2389, zwei junge Top-Talente im Frauenschach, unserem Frauenbundesliga-Team anschließen.

Wir heißen alle vier herzlich willkommen bei der OSG Baden-Baden! (Patrick Bittner)


18. Juli 2022

Trophäensammlung vervollständigt.

Das Pokalgewinnerteam v.l.n.r. Michael Adams, Sergei Movsesian (mit Pokal), Georg Meier, Alexei Shirov, Mannschaftsführer und 1. Vereinsvorsitzender Patrick Bittner

Mehr geht nicht! Pünktlich zum einhundertjährigen Vereinsjubiläum hat die Ooser Schachgesellschaft Baden-Baden 1922.ev (OSG Baden-Baden) nun auch den Pokal des Deutschen Schachbundes an die Oos geholt und damit auf den höchsten Ebenen des deutschen Mannschaftsschachsports  alle vier erreichbaren Titel eingeheimst: Nach der deutschen Meisterschaft der Frauen Ende Mai, dem Sieg in der 2. Bundesliga Gruppe Süd, Anfang dieses Monats und dem deutschen Meistertitel zum Abschluss der Schachbundesliga vor einer Woche, nun, nach vier Jahren mal wieder, das Double.  

Im Pokalwettbewerb wird an vier Brettern gespielt. Das Quartett der OSG siegte im Halbfinale 3:1 gegen die Schachfreunde Deizisau und im spannenden Finale mit einem knappen 2,5:1,5 gegen den Bundesligaaufsteiger SK Kirchweyhe, einen Verein, dem die Experten in der nächsten Saison der höchsten Spielklasse einiges zutrauen.

Gegen Deizisau siegten Michael Adams an Brett eins und Georg Meier am vierten Brett, Alexei Shirov und Sergei Movsesian spielten unentschieden an den Positionen zwei und drei.

Im Finale gegen Kirchweyhe ging eine taktische Aufstellungsvariante zur Freude von Mannschaftsführer und erstem Vorsitzenden, Patrick Bittner, voll auf:

Alexei Shirov hielt – diesmal an Brett eins – gegen den Kirchweyherer Spitzenmann Velimir Ivic sicher das Remis, genau wie der vorübergehend etwas unter Druck stehende Michael Adams an Brett zwei gegen Ante Brkic und Georg Meier an vierter Position gegen Hrvoj Stevic. Am dritten Brett bewahrheitete sich eine optimistische Einschätzung auf Baden-Badener Seite: Sergei Movsesian besiegte Zoran Jovanovic – scheinbar mit leichter Hand.

Alle Spieler der Finalkämpfe sind Großmeister des Weltschachbundes FIDE.

Bei der Siegerehrung übergab der Vizepräsident Sport des Deutschen Schachbundes, Ralph Alt, den Pokal mit einem Zitat aus der Website der Organisation: „Die Ooser Schachgesellschaft aus Baden-Baden steht wie keine andere für diesen Pokalwettbewerb. Seit mindestens 2012 standen sie immer im Finale und holten fünfmal den Pott“.

Über einen weiteren Erfolg unterhalb der höchsten Klassen freut man sich sehr im Verein: Die sechste Mannschaft ist von der Bezirks- in die Bereichsklasse aufgestiegen.

(Text und Foto Walter Siemon)


13. Juli 2022

Endrunde um den Deutschen Mannschaftspokal 2022 in Baden-Baden

Am kommenden Wochenende findet die Endrunde um den Deutschen Mannschaftspokal im Kristallsaal im Kulturhaus in der Lichtentaler Allee 8 in Baden-Baden statt.Neben der OSG Baden-Baden haben sich die Mannschaften aus Viernheim, Deizisau und Kirchweyhe für die Endrunde qualifiziert. Es treffen also der amtierende Deutsche Meister (OSG), der Vize-Meister (Viernheim), der Tabellenvierte und Pokalverteidiger (Deizisau) und der starke Bundesligaufsteiger (Kirchweyhe) aufeinander. Sportlich ein absoluter Leckerbissen. Es werden viele sehr starke Großmeister live vor Ort zu sehen sein.

Zuschauer sind herzlich willkommen, der Eintritt ist frei. Vor Ort wird Großmeister Philipp Schlosser live kommentieren.

Halbfinals: Samstag, 16. Juli ab14.00 Uhr

Finale und Spiel um Platz 3: Sonntag, 17. Juli ab 10.00 Uhr

Die Partien werden auch über www.chess24.com live ins Internet übertragen. (Patrick Bittner)


11. Juli 2022

Ein Sommermärchen

Das Sommermärchen ist Realität, besser geht es nicht. Nahezu pünktlich zum hundertjährigen Vereinsjubiläum, das noch diesen Monat gefeiert wird hat sich die OSG Baden-Baden selbst und ihren Anhängern ein besonderes Geschenk gemacht und dem Sportleben Baden-Badens einen kräftigen Akzent verliehen: wieder die stärksten Schachteams Deutschlands zu stellen, man könnte auch sagen: die Kurstadt zu so etwas wie die Schachhauptstadt Deutschlands zu machen. Das Jahr 2022 – eine bemerkenswerte Saison mit drei Titelgewinnen für den Verein an der Oos: Deutscher Meister der Frauenbundesliga Schach, Sieger der zweiten Bundesliga Schach, Gruppe Süd und, seit letztem Wochenende, Sieger der Schachbundesliga, deutscher Meister also, und das zum sechzehnten Mal.

Foto (Schachbundesliga)
V. l. n. r. Rustam Kasimdhzanov, Arkadij Naiditsch, Fracisco Vallecho Pons, Fabiano Caruana, Alexei Shirov (mit Pokal), Michael Adams, Etienne Bacrot, Maxime Vachier Lagrave und Mannschaftsführer Sven Noppes

An sportlicher Spannung und Dramatik war die GRENKE Endrunde der Schachbundesliga in den VIP-Räumen des Bremer Weserstadions nicht mehr zu überbieten. Alles lief in der Vorschlussrunde auf die direkte Begegnung OSG-Baden-Baden gegen den nach Mannschaftspunkten gleichstehenden, aber nach Brettpunkten haushoch führenden SC Viernheim an der Tabellenspitze hinaus. Baden-Baden hatte den Druck, gewinnen zu müssen, um eine realistische Chance auf die Titelverteidigung zu haben. Schon bei einem Unentschieden wäre man auf die Schützenhilfe von Deizisau in der letzten Runde angewiesen gewesen. Viernheim, auf der anderen Seite, hatte sich den Druck auferlegt, unbedingt die günstige Ausgangsposition zu nutzen, um endlich einmal die Chance auf den lange ersehnten Titelgewinn Realität werden zu lassen. Beide Mannschaften hatten in der Runde zuvor die stärksten Mitbewerber besiegt, die noch Spielverderber  hätten sein können:  Die OSG-Baden-Baden gewann 5:3 gegen die Schachfreunde Deizisau,  Viernheim räumte mit demselben Ergebnis die SG Solingen aus dem Weg, die selber rechnerisch noch Meisterschaftschancen besaß. Und wie verlief der Showdown? Vier, fünf Stunden lang sprach alles für Viernheim – so zeigten es Schachprogramme, die die Stellungen bewerten können: Arkadij Naiditsch schien am achten und letzten Brett der OSG auf Verlust zu stehen, an keinem anderen Brett schien ein Sieg möglich, es drohte die Baden-Badener Niederlage und damit das Aus im Titelkampf. Die für die OSG am ersten und dritten Brett gestarteten Großmeister Fabiano Caruana und Maxime Vachier-Lagrave, die ihre Partien jeweils mit remis beendet hatten, trösteten ahnungsvoll die bangenden OSG-Funktionäre, Mannschaftsführer Sven Noppes und ersten Vorsitzenden Patrick Bittner: „Schaut nicht so viel in die Rechner; da ist noch was drin.“ Und wer, wie der Chronist dieser Zeilen, zwischendurch nur sporadisch die Gelegenheit hatte, in die Liveübertragung der Partien im Internet hineinzuschauen, traute am Ende seinen Augen nicht: Arkadij Naiditsch hatte die Partie so gedreht, dass am Ende sein Gegner, Denis Wagner, froh war, sich ins Unentschieden gerettet zu haben, Richard Rapport und Francisco Vallejo Pons an den Brettern zwei und vier hatten in unendlicher Geduld und Hartnäckigkeit nach sechs Stunden ihre „ungewinnbaren“ Partien doch noch gewonnen, Richard Rapport gegen den maßlos enttäuschten Viernheimer Großmeister Yuriy Kryvoruchko aus der Ukraine, Francisco Vallejo Pons gegen seinen spanischen Landsmann und persönlichen Freund, Großmeister Anton Guijar. Naiditsch hatte sich In ähnlicher Situation übrigens schon einmal bewährt, im Finale gegen Viernheim 2020, als es zum Schluss an seinem Brett hing, ob sich Baden-Baden würde durchsetzen können. Er siegte damals in einer für die Zuschauer nervenzerfetzend komplizierten Gewinnführung. 

In der Schlussrunde schaffte die OSG Baden-Baden ein überraschend klares 5,5:2,5 gegen den früheren Rekordmeister SG Solingen, den Schachfreunden Deizisau gelang die nicht mehr benötigte „Schützenhilfe“ mit einem 4:4 gegen den SC Viernheim, dessen Energie offenbar aufgebraucht war.

OSG-Vorsitzender Patrick Bittner betonte angesichts des unbändigen Siegeswillens der Mannschaft mit Stolz, dass das in dieser oder ähnlicher Besetzung seit vielen Jahren bewährte OSG-Team mit seinem leidenschaftlichen Einsatz wieder einmal eindrucksvoll bewiesen habe, wie es sich mit dem Verein identifiziert.  „Das sind OSG-ler“ , wie sich Bittner ausdrückte, die sich, mit großem persönlichen Engagement für den Baden-Badener Verein einsetzten, die kämpften  und sich über die Erfolge freuten. Dies zeige sich auch im persönlichen Auftreten, wenn sich etwa Caruana, unkompliziert zugänglich, mit Menschen aus dem Publikum unterhalte, auch mit Kindern, die er bereitwillig  „Selfies“ mit sich zusammen machen lasse.  Mannschaftsführer Sven Noppes sprach von den enormen organisatorischen Schwierigkeiten, die sich während der Corona-Pandemie ergeben hätten, immer wieder alle Akteure an die Bretter zu bekommen. Sie dann um jeden Sieg ringen zu sehen zeige, dass auch der sechzehnte Titelgewinn keinesfalls als gewohnheitsmäßige Selbstverständlichkeit angesehen werden könne, sondern auf jeder Ebene hart erkämpft werden musste.

Am Baden-Badener Erfolg in den letzten 5 Runden in Bremen beteiligt waren die Großmeister  Fabiano Caruana, Richard Rapport Maxime Vachier-Lagrave, Francisco Vallejo Pons, Alexej Shirov, Michael Adams, Radoslaw Wojtaszek, Rustam Kasimdzhanov, Arkadij Naiditsch, Etienne Bacrot, Georg Meier und Sergei Movsesian.

Fabiano Caruana und Richard Rapport kamen übrigens frisch vom Kandidatenturnier zur Ermittlung des Herausforderers von Weltmeister Carlsen.

(Walter Siemon)


9. Juli 2022

Spannender geht es nicht!

Wie nach einem Filmdrehbuch müssen die vier führenden Mannschaften bei der GRENKE Endrunde der Schachbundesliga in den VIP-Räumen des Bremer Weserstadions an diesem Wochenende gegeneinander antreten, um den deutschen Meister 2021/22 zu ermitteln. Drei Teams können es noch schaffen: Die nach Mannschaftspunkten gleichauf an der Tabellenspitze liegenden Vereine SC Viernheim und OSG Baden-Baden und, mit Außenseiterchancen, die drei Punkte zurückliegende SG Solingen. Allein der Viertplatzierte, die Schachfreunde Deizisau, sind aus dem Titelrennen, können aber gegen die drei erstgenannten Teams die Rolle des Spielverderbers einnehmen. Heute Vormittag ab 10.Uhr muss z. B. die OSG Baden-Baden gegen Deizisau am besten voll punkten, um ganz vorne dabei zu bleiben. Heute Nachmittag ab 17.00 Uhr kommt es dann zum Showdown zwischen Viernheim und Baden-Baden, wobei die Südhessen gestern die Konkurrenz mit einem 8:0 gegen den SK Düsseldorf geschockt haben und nach Brettpunkten weit enteilt sind.

Dass es auf den Saisonhöhepunkt zu geht, merkt man auch an den personellen Verstärkungen: Mit Fabiano Caruana und Richard Rapport hat Baden-Baden zwei Spieler des gerade beendeten Welmeisterschaftskandidatenturniers für die ersten Bretter gewonnen. Wann hat es so etwas schon mal gegeben? Beide Asse haben gestern bei 5:3 Sieg gegen SK Doppelbauer Turm Kiel gestochen, und man muss sich fragen, ob heute noch ein berühmter Name dazukommt, etwa Anish Giri? Viernheim an sich mit Shakhriyat Mamedyarov verstärkt, derzeit die Nummer neun der Weltrangliste.

Zum Abschluss muss die OSG Baden-Baden morgen, Sonntag 10.7. ab 10.00 Uhr, gegen Solingen antreten. Spätestens nach diesem Kampf wissen wir, ob die Titelverteidigung gelungen ist.

Die Partien werden live auf chess24.de übertragen

(Walter Siemon)


6. Juli 2022

GRENKE Endrunde im Bremer Weserstadion

Das Bremer Weserstadion, mit vollständigem Namen jetzt  „Wohninvest Weserstadion“: Wer denkt da nicht an eine Fußballkugel, die über den grünen Rasen rollt, an 22 Beinpaare, die nach ihr jagen und treten und zigtausende lautstarke Zuschauer?  Wer denkt da an Schach? Rasenschach vielleicht, wie das Fußballspiel gelegentlich genannt wird?  Das kann man an diesem Wochenende vergessen. Ab morgen geht es fünf Tage lang wirklich um das Spiel mit den 32 Figuren auf 64 Feldern, und die Akteure werden nach jedem dieser Tage geschafft sein, wie nach einem Fußballmatch. Es geht um die Endrunde der Schachbundesliga, um die deutsche Meisterschaft – aber nicht auf dem grünen Rasen – den zu betreten ist verboten – sondern in den VIP-Räumen des Stadions. Und nicht nur dort. Nach dem Umzug des Events von Berlin nach Bremen wollen die dortigen Verantwortlichen, wie es heißt, mehr „öffentliche Aufmerksamkeit“ rund um das altehrwürdige Denkspiel erreichen und deshalb volksfestartige Attraktionen auf die Beine stellen, mit 1000 Kindern, die unter dem Motto „Schach macht schlau“ unter der Regie des Bremer Fußballidols und Schachfans Marco Bode auf dem Marktplatz die Klötzchen schieben werden, mit  Benefiz-Simultanvorstellungen der ukrainischen Spitzenspieler der Bremer Bundesligamannschaft, die gegen zahlreiche Gegner gleichzeitig antreten werden, mit einem  Blitzschach – und Jugendturnier und einer Hochschulmeisterschaft, an der jeder teilnehmen kann, der sich, in welcher Funktion auch immer, in einer Universität betätigt.

All das gibt es nicht zum Nulltarif, und so haben die Bremer Organisatoren nach Sponsoren Ausschau gehalten und mit GRENKE einen für sie passenden Partner gefunden. Schließlich kennt man auch in Bremen die GRENKE AG aus Baden-Baden, die als Sponsor der OSG Baden-Baden seit über 20 Jahren den Schachsport fördert, sehr gut. Der Name der Veranstaltungen,  „GRENKE-Schlussrunde“, „GRENKE-Blitzturnier“ u.s.w., war damit vorgegeben.  Nicht zuletzt wollen die Bremer damit signalisieren, wie es mit dem Profischach vielleicht demnächst weitergehen könnte, sowohl unter rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten wie den damit verbundenen Möglichkeiten, der Bevölkerung das Spiel näher zu bringen.

Wie stehen die Chancen des fünfzehnfachen Rekordmeisters und Titelverteidigers OSG Baden-Baden, bei der GRENKE Schlussrunde den Meisterpokal wieder an die Oos zu holen? Um es klar zu sagen: Es wird hart werden. Zurzeit ist es ein knappes Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem an der Tabellenspitze liegenden SC Viernheim und der nach Mannschaftspunkten gleichauf, aber zwei Brettpunkte zurückliegenden OSG Baden-Baden. Den Tabellenständen nach hat Viernheim das voraussichtlich wesentlich angenehmere Restprogramm zu absolvieren als Baden-Baden. Beide Rivalen müssen allerdings noch gegen den Tabellendritten, Ex-Rekordmeister SG Solingen antreten und, vor allem, gegeneinander. Möglicherweise wird es auf diese Begegnung schlussendlich ankommen: OSG Baden-Baden gegen den SC Viernheim. Und welches Team kommt seiner Traumaufstellung am nächsten? Aus dieser Frage wird traditionell ein Geheimnis gemacht, denn im Schach kann man sich Dank der Datenbanken im Netz auf mögliche Gegner gut vorbereiten.

Allerdings wissen die Vereine sehr gut, welcher Spieler aus dem jeweiligen gegnerischen Kader gerade auf einem Einzelturnier irgendwo in der Welt unterwegs ist oder gerade war und daher wahrscheinlich oder mit Sicherheit nicht einsetzbar ist. Vielleicht werden daher auch Überraschungseffekte bei den Aufstellungen eine Rolle spielen.

Die Partien werden alle live auf chess24.de übertragen, morgen ab 16.00 Uhr, Freitag ab 13.00 Uhr, Sa. 9.7. ab 10.00 Uhr und dann wieder ab 17.00, So. 10.7. ab 10.00.

(Walter Siemon)