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Aktuelles

21. Februar 2024

Der Saisonhöhepunkt

Unter anderen mit ihm wird es die OSG gegen Viernheim zu tun bekommen: Hikaru Nakamura (Foto Wikipedia)

Der Höhepunkt der Saison in der Schachbundesliga steht an: Der Tabellenführer SC Viernheim gegen den mit einem Mannschaftspunkt Abstand Zweitplatzierten, Titelverteidiger und siebzehnfachen Rekordmeister, OSG Baden-Baden. Und wenn OSG-Mannschaftsführer Sven Noppes davon spricht, dass es, neben anderen spannenden Begegnungen, wahrscheinlich eine der hochkarätigsten Auseinandersetzungen in der Geschichte der Schachbundesliga werden könnte, gehört für Enthusiasten und Kenner nicht viel Fantasie dazu sich vorzustellen, welch außergewöhnlich hochrangige Akteure sich an den acht Brettern gegenübersitzen werden. Im Allgemeinen werden die Aufstellungen erst kurz vor Wettkampfbeginn bekannt gegeben, und Noppes wird es auch diesmal so halten. Anders jedoch Viernheim: Um der werbewirksamen Attraktivität des Schachwochenendes Willen hat der Verein zumindest schonmal bekannt gegeben, dass der Weltranglistendritte und durch seine schiere Spielstärke und permanente Online-Präsenz in der Schachwelt hochbe- und gerühmte Amerikaner Hikaru Nakamura am Spitzenbrett antreten wird. Und immerhin eines hat Sven Noppes angedeutet: Es werden zwei Mannschaften „auf Augenhöhe“ gegeneinander antreten. Die Saga von zwei „Weltauswahlen“ macht im Netz erwartungsvoll bereits die Runde.

Titelträger Baden-Baden möchte den Rekord auf achtzehn deutsche Meisterschaften erhöhen, Viernheim, in den letzten drei Bundesligaspielzeiten „ewiger“ Zweiter hinter Baden-Baden, will es endlich wissen und die Spitze erobern. Nicht nur deswegen können sich die Südhessen in diesen Tagen der Aufmerksamkeit der Schachwelt sicher sein, sondern auch durch ihr von der gesamten Liga begrüßtes Angebot, die drei Runden des Wochenendes als Gastgeber zentral in der Viernheimer Bürgerhalle auszurichten, von Freitag, 23.2. (ab 16.00 Uhr.), Samstag 24.2. (ab 14.00 Uhr) bis Montag 25.2. (ab 10.00 Uhr).  

Damit die Begegnung OSG Baden-Baden gegen den SC Viernheim am Samstag überhaupt zu einem die Meisterschaft möglicherweise vorentscheidenden Ereignis werden kann, müssen vorher und hinterher natürlich noch andere Hürden erfolgreich genommen werden. Die Gegner der OSG heißen (am Freitag) SC Ötigheim, Aufsteiger und enorm erfolgshungrig, sowie am Montag die Schachfreunde Deizisau, aktuell Tabellendritter und seit jeher eine harte Nuss für jeden Gegner.

Eine Prognose für den Ausgang der kommenden drei Runden abzugeben, wagt OSG-Vereinsvorsitzender Patrick Bitter nicht. Alles könne passieren, signalisiert ihm die „Fieberkurve“ der Spannung, die auch ihn längst befallen hat. Sein „Heilmittel“: Unerschütterliches Vertrauen in die eigne Mannschaft.

Alle Partien werden auf chess.com live übertragen.

Walter Siemon


5. Februar 2024

Es spitzt sich zu

Die Aufholjagd ist im vollen Gange: Mit zwei Kantersiegen gegen den USV TU Dresden (7,5:0,5) und den HSK Lister Turm (6,5:1,5) ist die OSG Baden-Baden auf den zweiten Tabellenplatz vor und dem Spitzenreiter SC Viernheim dicht auf die Pelle gerückt. Zwar ist ein einziger Mannschaftspunkt Abstand noch geblieben, aber die Distanz der Brettpunkte, die in der Schlussbilanz mitzählen, ist von (noch vor zwei Runden) drei auf einen halben Zähler zusammengeschmolzen.

Die Kämpfe der OSG am Wochenende gegen Dresden und Hannover waren ein sehenswerter Zwischenspurt, mit dem sich Teamchef Sven Noppes vollauf zufrieden zeigen konnte.

Nikita Vitiugov, Alexei Shirov (im für ihn typischen Stil taktischer Komplikationen), Radosław Wojtaszek, Rustam Kasimdzhanov, Michael Adams, Etienne Bacrot und Sergei Movsesian (am schnellsten) punkteten gegen den sächsischen Verein voll, lediglich Alexander Donchenko musste ins Remis einwilligen, und zwar in einem studienartigen Finale, in dem König und Dame des Gegners nicht gegen den König und zwei Bauern Donchenkos gewinnen konnten.

Gegen den Verein aus Hannover rechneten wiederum Nikita Vitiugov, Alexei Shirov, Radosław Wojtaszek, Michael Adams und Sergei Movsesian genauer als ihre Gegner und steuerten damit die vollen Punkte für die OSG bei, Alexander Donchenko hielt mit dem Materialverhältnis von Turm gegen Läufer und zwei Bauern mühelos remis, Rustam Kasimdzhanov verzichtete mit minimalem Stellungsvorteil auf langwierige Gewinnversuche, Etienne Bacrot übersah zwar einen Gewinnzug, trug mit einem Unentschieden aber ebenfalls dazu bei, dass an diesem Wochenende keine einzige Partie verloren ging.

Die Runden 9,10 und 11 werden am 23., 24. Und 25. Februar zentral in Viernheim ausgetragen. Sollte die OSG Baden-Baden am ersten Tag die Hürde SC Ötigheim nehmen und gleichzeitig Viernheim die Schachfreunde Deizisau besiegen, kommt es, wie schon mehrmals in der Vergangenheit, zu einem die Meisterschaft vorentscheidenden Showdown zwischen Baden-Baden und Gastgeber Viernheim.

(Walter Siemon)

Beide Partien am Spitzenbrett gewonnen: Nikita Vitiugov (Foto: Thilo Gubler)

2. Februar 2024

Endlich: Neuauflage von GRENKE Classic und GRENKE Chess Open !!!

Bitte beachten: https://www.schachzentrum-baden-baden.de

https://www.grenkechessopen.de/de/

Mit Magnus Carlsen, Ding Liren und vincent Keymer!

(Walter Siemon)

(s. auch link zum Schachzentrum auf der rechten Seite)


1. Februar 2024

Näher an die Spitze?

Wie sieht es aus, wenn acht Schachspieler einer Mannschaft in der Schachbundesliga einem Mannschaftspunkt und drei Brettpunkten hinterherjagen, um den deutschen Meistertitel zu verteidigen? Nun, sie sitzen ganz ruhig da, bei möglichst niedriger Geräuschkulisse. Aber sie verbrauchen so viel Kalorien, dass die Waagen nach den Partien wahrscheinlich jeweils deutlich weniger anzeigen würden als vor den Partien. So wird es auch am kommenden Wochenende dem Oktett der OSG Baden-Baden ergehen, und zwar in Dresden. Dort gilt es, gegen den Gastgeber USV TU Dresden und den Hannoveraner Club HSK Lister Turm so erfolgreich abzuschneiden, dass, vom aktuell dritten Tabellenplatz aus, die Spitze mit den Vereinen SC Viernheim und Schachfreunde Deizisau weiterhin nicht nur in Sichtweite bleibt, sondern möglichst noch etwas näher rückt. Zuversicht ist nach Überzeugung von OSG Teamchef Sven Noppes in jedem Fall angebracht, hat man doch gegen Dresden seit dem Aufstieg der Sachsen in die Schachbundesliga in der Saison 2014/2015 nur Siege zu verzeichnen und der HSK Lister Turm, als Aufsteiger aktuell Träger der roten Laterne, muss wohl in der höchsten Spielklasse überhaupt erst noch Tritt fassen. Es wäre aus OSG Sicht also gut, man könnte sich ein paar Kalorien für die voraussichtlich  turbulenten nächsten drei Runden am 23., 24. und 25.2. am zentralen Austragungsort Viernheim aufsparen, wenn Nachbar SC Ötigheim, Tabellenführer SC Viernheim und der Zweitplatzierte, die Schachfreunde Deizisau die Gegner sein werden.

Gegen Dresden geht es am kommen Samstag ab 14.00 Uhr, gegen HSK Lister Turm ab kommenden Sonntag, 10.00 Uhr. Alle Spiele werden live auf chess.com und schachbundesliga.de übertragen.

Walter siemon


23. Januar 2024

Wie gemalt

Runden fünf und sechs in der Schach Frauenbundesliga- ein Wochenende wie gemalt für die OSG Baden-Baden: Seit der Spielzeit 2021/2022 erstmalig wieder an der Tabellenspitze, nach Mannschaftspunkten den Titelverteidiger und schärfsten Rivalen, den SK Schwäbisch Hall, endlich mal wieder hinter sich gelassen und gleichzeitig die Konkurrenz auch bei den Brettpunkten überflügelt – die Titeleroberung also aus eigener Kraft und ohne fremde Hilfe möglich. Nach dem 5:1 gegen den TuRa Harksheide und der Steigerung auf 5,5,:1,5 gegen Schlusslicht SK Doppelbauer Turm Kiel ticken die Schachuhren im Augenblick wieder richtig für die OSG Frauen. Allerdings sind es nur ein Mannschafts- und ein Brettpunkt Abstand, die Schwäbisch Hall jetzt hinterherläuft.  Teamchef Gubler ist sich daher im Klaren darüber, dass, auf die gesamte Saison gesehen, noch nichts in trockenen Tüchern ist.

Auf dem Teppich bleiben – ja, aber die Freude darüber, dass die kurzfristigen Ziele, die man sich für das für das vergangene Wochenende gesetzt hatte, erreicht worden sind, genießen, so Gublers Fazit.

Für den OSG-Erfolg gegen Harksheide sorgten in der Reihenfolge der Bretter Neuzugang Sarsadat Khadamalsharieh, Emigrantin aus dem Iran, mit einem Unentschieden, die frisch gebackene Bronzemedaillen-Gewinnerin der Schnellschach-Europameisterschaft der Frauen, Elisabeth Pähtz, erneut mit einer Nervenschlacht, in der es ihr gelang, eine schon rein optisch gruselige Verluststellung wieder einmal komplett zu drehen und, geschickt die Zeitnot ihrer Gegnerin nutzend, in einen vollen Punkt zu verwandeln, Dinara Wagner ebenfalls mit einem halben Punkt, sowie Mai Narva, Anna Zatonskih und Josefine Heinemann mit glatten Siegen. Gegen Kiel kam nur Anna Zatonskih gegen ihre sehr sicher aufspielende Gegnerin nicht über ein Remis hinaus, alle anderen gewannen ihre Partien problemlos, Josefine Heinemann zum dritten Mal in dritten Einsatz in dieser Saison. Erfreut zeigte sich Thilo Gubler auch besonders über die beiden Premiereneinsätze von Sarsadat Khadamalsharieh am ersten Brett. Sara Khadem, wie sie kurz und bündig genannt wird, habe sich als Neuzugang problemlos und harmonisch ins Team eingefügt. Eineinhalb Punkte am ersten Brett sprächen die dazu passende, klare Sprache.

Premiere im OSG-Frauenteam: Sara Khadem (Foto: Thilo Gubler)

Am 23. Und 24. 3. geht es weiter in der Schach Frauenbundesliga, mit den Spielen gegen die SG Solingen und den Hamburger SK , beide Vereine hinter Schwäbisch Hall die nächsten Verfolger und, besonders der Hamburger SK mit nur einem Mannschaftspunkt Abstand, stets eine der größeren Herausforderungen.

Walter Siemon


17. Januar 2024

Schach Frauenbundeliga: Auf! Nach Norden!

Im hohen Norden liegt am kommenden Wochenende die Chance für die OSG Baden-Baden in der Schach Frauenbundesliga, Boden gut zu machen: Es geht nach Norderstedt, wo zunächst der TuRa (Turn-und Rasensportverein) Harksheide auf die OSG-Frauen wartet (Sa. 20.01. ab 14.00 Uhr). Einen Tag später (So.21.01. ab 9.00 Uhr) hat man es mit einem weiteren Nordlicht zu tun, dem SK Doppelbauer Turm Kiel. Boden gut machen – das heißt nicht nur, bei den Mannschaftspunkten Schritt zu halten, sondern darüber hinaus Brettpunkte zu sammeln. Im Visier: die Tabellenspitze, vom aktuell dritten Platz, bei gleicher Anzahl von Mannschaftspunkten, nur 1,5 Brettpunkte entfernt.

(Foto:Thilo Gubler) In der letzten Runde: Nervenkitzel. Und am nächsten Wochenende? Elisabeth Pähtz, Deutschlands Nr.1im Frauenschach

Harksheide (Platz 10) und Schlusslicht Kiel können in dieser Saison schwerlich zu den allerstärksten Gegnerinnen des Rekordmeisters OSG Baden-Baden gezählt werden, gleichwohl gilt für OSG- Teamchef Thilo Gubler auch in diesen beiden Fällen das klare Prinzip: niemanden unterschätzen und vollen Einsatz geben. Und auch OSG-Vorsitzender Patrick Bittner wird nicht müde zu betonen, dass es stets gelte, der eigenen Spielstärke zu vertrauen und nicht irgendwelchen Tabellenständen und Wettkampfkonstellationen. Gleichwohl ist es Realität: Die beiden hauchdünn führenden Spitzenreiter SG Solingen und Titelverteidiger SK Schwäbisch Hall müssen in der Klingenstadt gegeneinander antreten. Irgendwo werden bei dieser Begegnung irgendwelche Punkte liegenbleiben.

Also, es bleibt dabei: Eine Chance für die OSG-Spielerinnen, Boden gut zu machen.

Walter Siemon


15. Januar 2024

Schach-München in die Knie gezwungen

Die Wochenendbilanz der OSG Baden-Baden in der Schachbundesliga: Beide Münchener Vereine besiegt, auf Platz drei aufgerückt. Für Baden-Badener war es aus der Nähe zu besichtigen, am Austragungsort Ötigheim.

Die Münchener Schachakademie MSA Zugzwang war das erste Oktett aus München, dass sich den OSG- Großmeistern entgegenstellte, und an sechs von acht Brettern hielten die „Akademiker“ Stand. Auf dem Papier war bei den Paarungen ein Klassenunterschied dokumentiert, durchschnittlich fast zweihundert Elo-Punkte mehr für die OSG-Cracks. Aber es zeigte sich wieder einmal: Schachspielen können sie alle. Und so kamen Maxime Vachier-Lagrave, Vincent Keymer, Nikita Vitiugov, Radoslaw Wojtaszek, Rustam Kasimdzhanov und Michael Adams überraschenderweise nicht über Remisschlüsse hinaus. Und da war es noch Glück, dass sich Nikita Vitiugov aus einer klaren Verluststellung gegen den krassen Außenseiter Valentin Baidetzkyi herauswinden konnte. Aber es ist einer der Trümpfe des Rekordmeisters und Seriensiegers OSG Baden-Baden: Der durchgehend hochklassige Personalfundus durch das gesamte Team hindurch, bis zum letzten Brett. Zunächst Sergei Movsesian an Brett acht, mit einer genau berechneten Gewinnführung nach Figurenopfer, und schließlich, mit viel mutigem Risiko aber durchsetzungsstark: Arkadij Naiditsch am siebenten Brett– sie beide waren es, die den Endstand von 5:3 sicherten.

Die Match Winner gegen MSA Zugzwang: Sergei Movsesian im Hintergrund, Arkadij Naiditsch vorne (Foto Sven Noppes)

Wesentlich klarer verlief am Folgetag der Kampf gegen den FC Bayern München, deutscher Meister auch zu Zeiten eines Vereinspräsidenten Franz Beckenbauer (1994, davor und danach insgesamt neun Mal): Die Kurstädter an der Oos, nach bisher siebzehn deutschen Meisterschaften volkstümlich auch das „Bayern München des Schachs“ genannt, siegten 6,5:1,5. Vorne alles dichthalten und hintenraus punkten, so könnte man den Spielverlauf lesen: Maxime Vachier-Lagrave, Vincent Keymer und Radoslaw Wojtaszek remisierten, während die letzten vier Bretter, Rustam Kasimdzhanov, Michael Adams, Arkadij Naiditsch und Sergei Movsesian voll punkteten, Arkadij Naiditsch zum vierten Mal in seinem vierten Einsatz in dieser Saison. Den Clou aber lieferte Nikita Vitiugov am dritten Brett: Er hatte die Ehre, seine Partie als allerletzte des gesamten Schachbundeliga-Wochenendes nach über sieben Stunden geduldigsten Manövrierens und 115 Zügen siegreich für die OSG zu beenden. Der Abstand zu den beiden führenden Teams, SC Viernheim und Schachfreunde Deizisau, beträgt nach wie vor ein Mannschaftspunkt, gegenüber Viernheim zusätzlich drei Brettpunkte, aber die beiden Spitzenreiter müssen noch gegeneinander antreten. Und in den direkten Begegnungen erhält die OSG Baden-Baden noch die Gelegenheit, auf die Überholspur zu wechseln.

Walter Siemon


10. Januar 2024

Zwei Mal gegen München, aber in Ötigheim

Zum Start der Schachbundesliga ins Jahr 2024 muss die OSG Baden-Baden nicht weit reisen, nur ins benachbarte Ötigheim – um gegen zwei Münchener Vereine zu spielen: den MSA Zugzwang (Ableger der Münchener Schachakademie), von 2016 bis 2019 bereits in der Schachbundesliga vertreten, dann ab- und am Ende der letzten Saison wieder aufgestiegen (Sa. 13.1. ab 14.00 Uhr) und den Tabellennachbarn FC Bayern (So. 14.1. ab 10.00 Uhr). Da die OSG vom vierten Tabellenplatz aus (mit nur einem Mannschaftspunkt Rückstand) zu den drei führenden Vereinen Viernheim, Kirchweyhe und Deizisau aufschließen möchte, sind in den Runden fünf und sechs am Wochenende zwei Siege natürlich das Nahziel auf dem Weg zur angestrebten Titelverteidigung. Die Chancen des Rekordmeisters stehen gut, eine schlagkräftige Mannschaft präsentieren zu können: Nur einer der stärksten Stammspieler ist zurzeit in einem internationalen Spitzenturnier gebunden. Die konrete Aufstellung wird erst kur vor Partiebeginn bekannt gegeben, aber weit vorne darf man wieder Vincent Keymer erwarten, Deutschlands Nummer Eins, letzten Samstag prominenter Gast im ZDF Sportstudio und seit seinem letzten Bundeligaeinsatz in Runde vier nochmals um zwei Plätze in der Weltrangliste aufgerückt, von Rang vierzehn auf Position zwölf.

Sollte der Brite Michael Adams wie gewohnt zum Einsatz kommen, dürfe es spannend sein, ob er seine beim Sieg des London Chess Classic-Turniers im letzten Monat unter Beweis gestellte Hochform, ein absoluter Höhepunkt seiner reiferen Schachjahre, konserviert hat.

Alle Spiele werden live im Internet übertragen (schachbundesliga.de; chess24.com; chess.com)

(Walter Siemon)

Zuletzt in bestechender Form: Michael Adams. Wird er spielen? (Foto Thilo Gubler)


11. Dezember 2023

Das ging nochmal gut

OSG-Teamchef Thilo Gubler war zufrieden: den 3,5:2,5 Sieg gegen Bad Königshofen in der Schach Frauenbundesliga und dasselbe Ergebnis am zweiten Tag des vergangenen Wochenendes gegen die Rodewischer Schachmiezen verbuchte er als äußerst knappe und zum Teil auch glückliche Siege für die Baden-Badener Schachspielerinnen.

So spielte eine gehörige Portion Glück gegen die traditionell „harte Nuss“ Bad Königshofen die zentrale Rolle –  das „Glück einer Tüchtigen“: Auf Position zwei, dem Brett der deutschen Nummer eins, Elisabeth Pähtz, hatte sich ein Drama abgespielt, das vermutlich bei so manchem OSG-Fan so manches Härlein grau gefärbt haben dürfte. Die Baden-Badener Großmeisterin versäumte es, eine gewonnene Partiestellung zu realisieren, und wie es im Schach oft zu beobachten ist: wenn so etwas passiert, wendet sich das Blatt. Pähtz stellte einzügig einen zentralen Bauern ein und geriet nach diesem Fehler, mit ihrer nunmehr entkernten Stellung von ihrer Gegnerin Aleksandra Maltevskaya einige Züge lang schlichtweg überspielt, von der Gewinn- auf die Verluststraße. Man musste Zug um Zug mit ihrer Aufgabe rechnen. Nur noch ein Turmschach auf dem richtigen Feld, und es hätte nicht mehr lange dauern können. Da der Mannschaftskampf bis dahin unentschieden stand, drohte unmittelbar eine ähnliche Konstellation wie in der vergangenen Saison: dritte Runde, Niederlage gegen Bad Königshofen, der Beginn vom Ende aller Titelträume.  Aber Maltevskya wählte nur das zweitbeste Turmschach, und mit immer knapper werdenden Bedenkzeit und der quecksilberartigen Gegenwehr von Elisabeth Pähtz verlor sie plötzlich völlig den Faden – und man konnte es ahnen: das Blatt würde sich abermals wenden. Elisabeth Pähtz gelang es, den Spieß komplett umzudrehen, und in wahrhaft großmeisterlicher Manier führte sie die Partie noch zum Sieg. Auf den Social Mediakanälen der OSG glühten die Drähte! Wie Pähtz hinterher dem ersten OSG-Vorsitzenden, Patrick Bittner, erzählte, habe sie seit Jahren nicht mehr eine solche Partie gewonnen.

Drama mit Happy End: Elisabeth Pähtz (Fotos Thilo Gubler)

Am fünften Brett feierte das Baden-Badener Trumpf As, Josefine Heinemann ebenfalls einen Sieg, ein Brett ging verloren, und an drei Brettern zeugten frühe Unentschieden von gegenseitigem Respekt.

Ähnliches Bild gegen die Rodewischer Schachmiezen: Zwei Siege, diesmal von Deutschlands Nummer zwei, Dinara Wagner und – einmal mehr – von Punktesammlerin Josefine Heinemann nach langem Kampf aus einer zunächst schlechtereren Stellung, einzige Doppelsiegerin des Wochenendes, dazu eine Niederlage, drei Remis.

Doppelsiegerin: Josefine Heinemann

Damit befindet sich das Frauenteam der OSG Baden-Baden auf dem dritten Tabellenplatz in einer vier Mannschaften starken Spitzengruppe mit demselben Kontostand an Mannschaftspunkten, eineinhalb Brettpunkte hinter der führenden SG Solingen. Thilo Gubler sieht in diesem knappen Rückstand des „Torverhältnisses“ die Chance auf einen erneuten Titelgewinn des Rekordmeisters OSG Baden-Baden ohne Weiteres gewahrt.  Am 20. Und 21. Januar des neuen Jahres geht es gegen TuRa Harksheide und das aktuelle Schlusslicht SK Doppelbauer Turm Kiel.

Walter Siemon


7. Dezember 2023

Schachfrauenbundesliga: Chance auf Revanche

Welche Gelegenheit für die OSG Baden-Baden in der Schach Frauenbundesliga eine Scharte auszuwetzen – und das vor heimischem Publikum im Kulturhaus LA8: Es geht am kommenden Wochenende als erstes gegen SC 1957 Bad Königshofen – und wieder in Runde 3 (Samstag, 9.12.14.00 Uhr)! Es war die Runde und die Begegnung, die in der letzten Saison besonders weh getan hatte, weil dem favorisierten Team von der Oos an keinem Brett ein Sieg gelungen war und am Ende eine knappe Niederlage quittiert werden musste, die das Rennen um die Meisterschaft frühzeitig zu einem „Hinterherlaufen“ machte, das schließlich „nur“ – aber immerhin noch – in der Vizemeisterschaft mündete. Der Optimismus von OSG-Teamchef Thilo Gubler, dass es diesmal ganz anders laufen könnte, hat zwei Gründe: Zum einen sind die Frauen der OSG Baden-Baden nach zwei Runden, im Gegensatz zur letzten Saison, souveräner Tabellenführer, zum anderen kann Gubler sein Wunschpersonal an die Bretter führen, wie er bereits öffentlich kundgetan hat, dessen Ausgewogenheit den eigenen, selbstbewussten Anspruch stützt, als Rekordmeister grundsätzlich um den Titel mitzuspielen.  

Nach Bad Königshofen folgen in Runde 4 am Sonntag (9.00 Uhr) die Rodewischer Schachmiezen, trotz des possierlichen Namens nicht gerade ein Leichtgewicht unter den Rivalinnen in der Schach Frauenbundesliga. Auch hier kann Gubler auf ein abgestimmtes Wunsch-Sextett vertrauen, das nach seinen Worten gute Siegchancen hat.

Zuschauer sind in der LA8 herzlich willkommen, der Eintritt ist frei.

Die Partien werden live auf chess.com übertragen.

Walter Siemon


4. Dezember 2023

Erfolgreiche Runden drei und vier

„Mit dem Wochenende bin ich vollauf zufrieden“, kommentierte Teamchef Sven Noppes verständlicherweise die beiden jüngsten Siege der OSG Baden-Baden in der Schachbundesliga und meinte damit vermutlich nicht nur die Spielverläufe, sondern dass man auch den Abstand zu Spitze verringern und damit den Anschluss wahren konnte.

6:2 gegen den SC Remagen Sinzig und 5,5:2,2 gegen Aufsteiger SC Heimbach-Weis-Neuwied lauteten die deutlichen Ergebnisse des vergangenen Wochenendes. Damit machte die OSG in den Runden drei und vier drei Plätze in der Tabelle gut, auf aktuell Position vier. Zwar immer noch einen Mannschaftspunkt Rückstand auf die drei führenden Mannschaften SC Viernheim, SK Kirchweyhe und die Schachfreunde Deizisau, aber mit dem klaren Signal, dass es selbstverständlich weiter um die Titelverteidigung geht.


Volle Punktausbeute zu ersten Mal am Spitzenbrett: Vincent Keymer (Foto W. Siemon)

Erstmals am Spitzenbrett agierte mit zwei Siegen die jetzt neunzehnjährige deutsche Nummer Eins, Vincent Keymer, und es steht zu erwarten, dass man ihn in Zukunft öfter auch als Nummer eins der Mannschaft erleben wird, denn auf der Weltrangliste stehen nur noch zwei Mitglieder des Teams vor ihm: Exweltmeister Viswanathan Anand (Platz 10) und die aktuelle Nummer Zwei der Welt, Fabiano Caruana. Beide stehen nicht immer zur Verfügung. Vincent Keymer ist im Ranking der Weltschachorganisation FIDE inzwischen auf Platz 14 vorgerückt eine unglaubliche, aber nicht unerwartete Entwicklung. Die Qualität seines Spiels drückt es aus: Gegen seinen Widerpart des SC Remagen Sinzig, Großmeister  Antonios Pavlidis, gewann er nach offenbar guter Eröffnungsvorbereitung schnell einen Bauern und realisierte den Vorteil mit scheinbar müheloser Leichtigkeit.

Ebenfalls glatt siegte Alexander Donchenko an Brett zwei mit einer Falle, die seinen Gegner eine Figur kostete. Etienne Bacrot hätte an Brett fünf einen Bauern in eine Dame umwandeln können – wenn sein Gegner nicht vorheraufgegeben hätte. Seine enorme Durchschlagskraft in der Schachbundeliga stellte Arkadij Naiditsch einmal mehr unter Beweis, als er mit einer listigen „kleinen Kombination“, wie das der frühere, legendäre Weltmeister Capablanca einmal nannte, Material und damit die Partie gewann. Immer für einen vollen Punkt gut ist auch Sergei Movsesian, der seinen Gegner in einer lange ausgeglichen Stellung mit Geduld und genauen Berechnungen schlicht ausmanövrierte. Radoslaw Wojtaszek und Rustam Kasimdzhanov steuerten jeweils einen halben Punkt bei, lediglich das erst fünfzehnjährige Jungtalent, Schnellschachweltmeister „U 14“ von 2022, Bennet Hagner, musste am achten Brett eine Niederlage quittieren, als er den Schutz seines Königs einen kurzen Augenblick lang vernachlässigte.

Gegen Aufsteiger SC Heimbach-Weis-Neuwied demonstrierte Vincent Keymer, wie er in Stellungen, in denen auf den ersten Blick nicht viel los ist, anscheinend mit Röntgenblick tiefer schaut, Zug um Zug kleine Vorteile aufbaut und mit unwiderstehlichem Schluss vollendet.

Radoslaw Wojtaszek profitierte von einem direkten Fehler seines Gegenübers, Rustam Kazimdzhanov warf seine ganze Erfahrung in die Waagschale, so dass man nach etwas unklarem Beginn zunehmend das Gefühl haben konnte, dass er gewinnen wird. Voller Punkt für die OSG. Arkadij Naiditsch krönte seine überlegene Spielweise erneut mit einer kraftvollen Kombination. Alexander Donchenko, Etienne Bacrot und Sergej Movsesian remisierten, Bennet Hagner am letzten Brett braucht wohl noch ein paar Chancen, um in der ersten Mannschaft zu „zünden“.

Weiter geht es dann am 13.1.24 gegen die beiden Münchener Vereine MSA Zugzwang und Bayern München.

Walter Siemon


30. November 2023

Jugendmannschaften U12: OSG Baden-Baden holt souverän den Titel

Text und Bilder entnommen von: www.schachbezirk-mittelbaden.de

Von Thoma Belikan
Am vergangenen Samstag, 24.11.2023, wurde im Vereinsheim des SC Bühlertal die mittelbadische Jugendmannschaftsmeisterschaft der Altersklasse U12 ausgetragen. Mit der OSG Baden-Baden, dem SC Ötigheim , dem SK Ottenau und dem Gastgeber SC Bühlertal waren insgesamt 4 Mannschaften am Start. Es wurde ein Rundenturnier mit Hin-und Rückspiel ausgetragen, sodass jedes Team sechs Begegnungen zu bestreiten hatte. Die Bedenkzeit pro Spieler und Partie betrug 15 Minuten. Bereits nach der Vorrunde war ersichtlich, dass die OSG Baden-Baden in einer anderen Liga spielte.

Das Team aus der Kurstadt ging in der Besetzung Nikita Ivanov, Lucas Stummvoll, Dennis Kharitionov und Elias Kimmig ins Rennen und hatte alle drei Begegnungen mit 4:0 gewonnen. Auf Platz 2 lag nach der Vorrunde der SC Ötigheim, der sich gegen den Tabellendritten SC Bühlertal mit 3:1 durchsetzen konnte. Auch in der Rückrunde bewies die OSG Baden-Baden ihre Dominanz und musste nur in einer Partie gegen Ötigheim ein Remis abgeben. Am Ende holte sich der U12-Nachwuchs des deutschen Meisters ganz überlegen den Titel mit 12:0 Mannschaftspunkten und 23,5 Brettpunkten. Dies bedeutete auch die Qualifikation zur Badischen Meisterschaft.  Mit einem 2:2 Unentschieden gegen Bühlertal sicherte sich der SC Ötigheim die Vizemeisterschaft mit insgesamt 7:5 Mannschaftspunkten und 12,5 Brettpunkten. Der SC Bühlertal belegte am Ende Platz 3 mit 5:7 Mannschaftspunkten und 10,5 Brettpunkten. Der SK Ottenau musste mit Platz 4 Vorlieb nehmen.


https://www.schachbezirk-mittelbaden.de/wp/wp-content/uploads/2023/11/Endergebnis_Mittelbadische-JMM-U12_2023.pdf

gute Stimmung beim Gruppenfoto
Das siegreiche OSG-Team v.l.n.r.: Dennis Kharitionov, Elias Kimmig, Lucas Stummvoll, Nikita Ivanov

30. November 2023

Und weiter geht’s in der Schachbundesliga

Es ist nur ein Mannschaftspunkt, der die OSG Baden-Baden in der Schachbundesliga nach zwei Runden von den sechs vor ihr liegenden Mannschaften in der Tabelle trennt, aber es kommen zweieinhalb Brettpunkte Abstand auf den Spitzenreiter SC Viernheim hinzu, und die zählen mit. Um den Rückstand aufzuholen hat man noch ganze dreizehn Runden Zeit und nicht, wie zum Beispiel in einer anderen, sehr beliebten Sportart, 21 Spieltage. Das heißt für den Titelverteidiger und Rekordmeister an der Oos ab der nächsten, der dritten Runde, am kommenden Samstag d. 2.12. (ab 14.00 Uhr), nichts anderes als Kampf und unbedingten Siegeswillen. Es geht nach Remagen. Dass man den Gastgeber SC Remagen Sinzig in der letzten Saison 6,5:1,5 besiegt hat, bedeutet diesmal natürlich wenig bis nichts. Mit einer möglichst starken, immer wieder aufs Neue zu organisierenden Aufstellung müssen die Baden-Badener ihrer Favoritenrolle erneut gerecht werden. Erst recht gilt dies einen Tag später, in Runde vier (ab 10.00 Uhr) gegen den Aufsteiger, SC Heimbach-Weis-Neuwied, nach Durchschnitt der Elozahlen auf dem Papier in jedem Fall klarer Außenseiter.

Auf jeden einzelnen Spieler des Neulings in der Schachbundesliga kann man sich mit Hilfe der Schachdatenbanken zwar vorbereiten, aber wie das Team in welcher Besetzung als Ganzes funktioniert – darauf darf man gespannt sein.

Pikante Fußnote: der indirekte Vergleich mit dem heißen Mitfavoriten und möglichen Titelanwärter SC Viernheim. Die Südhessen spielen am kommenden Wochenende genau gegen die beiden Mannschaften, denen Baden-Baden in den ersten beiden Runden gegenübersaß, den Hamburger SK und den SK Doppelbauer Turm Kiel.

Alle Spiele werden auf schachbundesliga.de live übertragen.

Walter Siemon


2. November 2023

Bennet Hagner gewinnt das 1.Berlin U-25 Open

Großer Erfolg für unseren 2. Bundesliga-Spieler FM Bennet Hagner. Der 15-Jährige Schnellschachweltmeister U14 von 2022 war in dem 9-rundigen Turnier an Position 32 gesetzt. Von der der ersten Runde an spielte Bennet in der Spitzengruppe mit und gewann schließlich ohne Niederlage mit sieben Punkten aus neun Partien das Turnier mit der besseren Wertung gegenüber den punktgleichen GM Szymon Gumularz und IM Vadym Petrovskiy. Durch dieses Ergebnis holte Bennet auch eine IM-Norm.

Trainiert wird Bennet von IM Matthias Dann (OSG Baden-Baden) und GM Dimitrij Kollars (SF Deizisau). Unterstützt wird er von unserem Hauptsponsor, der GRENKE AG in Baden-Baden.

Wir freuen uns sehr und gratulieren ihm ganz herzlich zu diesem tollen Erfolg! (Patrick Bittner)

v.l.n.r.: 2. Platz GM Szymon Gumularz, Sieger FM Bennet Hagner, 3. Platz IM Vadym Petrovskiy (Bildquelle: www.u25chess.com/de/turnier/galerie/)

26. Oktober 2023

OSG Jugend-Winterturnier am 16.+17.12.2023 in der LA8 in Baden-Baden