Herzschlagfinale und Bayerndusel in Offenbach
Am Samstag war gegen den SC Turm Illingen noch alles reibungslos gelaufen: Alain Genzling gewann an Brett vier glatt mit Weiß, ebenso Raoul Strohhäker an 3 mit Schwarz. Dabei leistete er sich sogar den Luxus, auf einen technischen Sieg aufgrund eines läutenden Handys zu verzichten! Meine Partie stellte auch keine größeren Probleme, obwohl ich die Eröffnung sicher nicht ganz sauber spielte und bei der Verwertung meines Vorteils am Ende ein wenig herumeierte. Spannend war lediglich die Partie von Ilja Mutschnik an Brett 2 gegen FM Stephan Becking, in der Ilja zwar über weite Strecken zwar deutliche Vorteile auf seiner Seite hatte, am Ende aber doch an der Verwertung scheiterte: Remis, 3,5-0,5 für uns!
Ein wahrer Krimi war dagegen der Paralellkampf zwischen die VSG Offenbach und dem SC Untergrombach: An Brett vier hatten die Hessen vorgelegt, die Badener hatten aber an Brett eins mehr aus ausgeglichen, da sie im Falle eines 2-2 die bessere Berliner Wertung auf ihrer Seite gehabt hätten. Brett zwei mündete dann zwar tatsächlich friedlich, nur gelang es Torsten Gamer an Brett drei nicht, ein remises theoretisches Turmendspiel zu halten: 2,5-1,5 für die VSG Offenbach
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Unmittelbar vor der Begnung um 10.00 wurden heute dann die Farben gelost und die Aufstellungen ausgetauscht: An Brett zwei und drei hatten wir Weiß, an Brett eins und vier unsere Gegner. Abgesehen von einer Auswechslung an Brett drei bei unserem Gastgeber traten beide Teams in gleicher Besetzung und Brettfolge an, die beim Pokal ja vertauschbar ist. Nach etwas mehr als zwei Stunden endete die erste Partie scheinbar ereignislos friedlich: Gegen den deutschen Jugendmeister U18 FM Hagen Poetsch hatte ich in der Eröffnung als Nachziehender einige Probleme zu lösen gehabt. Eigenartiger Weise verzagte mein Mut gerade als dies erfolgreich erledigt war. Aus irgendeinem Grunde glaubte ich gut beraten zu sein, mit einer Zugwiederholung das Remis zu erzwingen. Erst zuhause belehrten Rybka mich dann eines besseren… peinlich! Immerhin konnten die zahlreichen Offenbacher Schlachtenbummler so eine packende Schachmatinee erleben, in deren Verlauf sie von zu Tode betrübt bis Himmel hoch jauchzend fast jeden Gefühlszustand durchleben konnten. Als ich meine Partie beendete, hatte ich meine Hoffnungen noch auf Raoul Strohhäker gesetzt, der mit klarem Vorteil gekommen war. Am Ende war aber gerade er der einzige Ooser, der sich am Ende des Tages geschlagen bekennen mußte! Da auch Alain Genzling in Zeitnot den Faden verloren, hatte befürchtete ich schon das schlimmste, jedoch nutzte der junge Straßburger einige Fehler seines Gegners, um sich doch noch ins Remis zu retten. Damit war der Weg frei für Ilja Mutschnik, der in einem spannenden Endspiel mit Läuferpaar gegen Springerpaar und Freibauern auf verschiedenen Flügeln IM Stefan Reschke bezwingen konnte und so zum Matchwinner mutierte: 2-2 unentschieden, aber 5,5-4,5 nach Berliner Wertung für uns, Respekt und Dank für die Offenbacher, die nicht nur toll kämpften, sondern auch vorbildliche Gastgeber waren!
Sicher mit einem blauen Auge ist die Ooser Schachgesellschaft Baden-Baden 1922 damit zum Viertelfinale der DPMM 2010 am 27.März qualifiziert. (Philipp Schlosser)






